
Januar/Februar – 2012
Kreditrückzahlung:
Schnelle Tilgung spart viel Geld
Bauherren und Modernisierer können mit der richtigen Strategie mehrere tausend Euro sparen. Auf was sie bei der Kreditrückzahlung achten sollten, erklärt die Bausparkasse Schwäbisch Hall.
Rückzahlung optimieren: Mit jedem zusätzlichen Euro, der in die Tilgung fließt, senken Bauherren und Modernisierer ihre Kreditkosten. Ein Bauherr zahlt beispielsweise für einen 100.000 Euro-Kredit jährlich 4,13 % effektiven Jahreszins. Wählt er bei Vertragsabschluss eine anfängliche Tilgungsrate von drei statt einem Prozent, ist er nach rund 21 Jahren schuldenfrei. Das ist 19 Jahre früher als bei der einprozentigen Tilgung. Gleichzeitig spart er durch die schnellere Tilgung über die gesamte Laufzeit bis zu 53.000 Euro an Zinsen. Die monatliche Rate steigt dafür von 421 Euro auf 588 Euro. Wer es sich leisten kann, sollte eine höhere Tilgung wählen.
Sondertilgungen nutzen: Clevere Bauherren und Modernisierer nutzen Erbschaften, Sonderzahlungen vom Arbeitgeber oder freie Sparguthaben für Sondertilgungen.
Sie reduzieren damit schlagartig ihre Kreditschuld. Erhöht der Bauherr im zuvor genannten Beispiel nicht nur die Tilgung, sondern zahlt zusätzlich sein jährliches Weihnachtsgeld von 500 Euro auf das Kreditkonto ein, spart er über die gesamte Laufzeit nochmals 5.100 Euro an Zinsen und ist zwei weitere Jahre früher schuldenfrei.
Das Recht zur Sondertilgung hat aber nicht jeder. Anders als beim Bausparen, sind Sondertilgungen nicht überall kostenlos möglich. Wurde im Kreditvertrag keine Sondertilgung vereinbart, können Banken eine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, die den Kostenvorteil zumindest teilweise wieder aufzehrt.
Förderung einsetzen: Auch der Staat und der Arbeitgeber helfen bei der Immobilienfinanzierung. Eine Familie kann zum Beispiel mit Wohn-Riester über die gesamte Laufzeit mehrere zehntausend Euro sparen. Auch vermögenswirksame Leistungen vom Chef können Bausparer zum Sparen oder zur Rückzahlung ihres Bauspardarlehens einsetzen. Je nach Arbeitsvertrag können das bis zu 40 Euro je Monat sein. Weiterer Vorteil: Liegt das zu versteuernde Einkommen unter den Einkommensgrenzen, zahlt der Staat zusätzlich eine Arbeitnehmer-Sparzulage von bis zu 43 Euro je Arbeitnehmer und Jahr. Die Einkommensgrenzen liegen bei 17.900 Euro für Alleinstehende bzw. 35.800 Euro für Verheiratete.

Januar/Februar – 2012
Bochumer Bürgerforum lädt ein zum Mitreden
"Hamse mal'n Euro?" titelte die Lokalausgabe der WAZ am 14. Januar. Das war der Tag Eins nachdem die Internetseite www.bochumer-buergerforum.de ans Netz gegangen und von interessierten Bürgerinnen und Bürgern regelrecht lahmgelegt worden war: Es gab ein Rieseninteresse an den über 160 Sparvorschlägen, die im Netz in Schwerpunkte unterteilt sind, die wiederum jeweils bis zu 40 Einzelvorschläge listen. Dass unsere Stadt bereits (durchaus spöttische) überregionale Aufmerksamkeit genießt, weil sie das Projekt "Musikzentrum" nicht in der von Kulturfreunden erhofften Zeit - über die Bühne bekommt, ist hinlänglich bekannt.
Dass nun auch noch über die Existenz des Museums Bochum diskutiert wird, hat nicht nur in dieser Stadt für maximal erheiterte Schenkelklopfer gesorgt: "Wer solche Überlegungen überhaupt erst zulässt", sagt mancher Bürger kopfschüttelnd, "der kann die Kultur auch gleich ganz aus dem öffentlichen Raum verbannen." Und Vorhandenes mit dem Abbruchhammer platt machen.
Abstimmen, kommentieren, und selbst weitere Spar-Vorschläge machen können die Bürger zum Beispiel in den Teilbereichen Bildung und Kultur, Recht und Ordnung oder Steuern und Gebühren.
Die Menge des Materials, das kann man mit Fug und Recht sagen, erschlägt den Interessierten, der in seinen Beiträgen seinen Namen übrigens nicht zwingend nennen muss. Erwünscht wäre das aber schon.
Als Trost bei der ungeheueren Menge an Information mag gelten, dass man sich nicht alles durchlesen muss. Wer nur in Teilbereichen mitdiskutieren möchte, kann dies genau dort natürlich auch tun.
Für die Menschen, die nicht ins Internet gehen können aber dennoch Vorschläge haben oder an der Diskussion teilnehmen, und die Sparvorschläge kommentieren wollen, gibt es die Möglichkeit, sich Formulare in den Bürgerbüros abzuholen und diese dann "klassisch", also mit dem Kugelschreiber auszufüllen. Auch diese Beiträge werden dann - mit leichter Verzögerung, weil sie ja erst bearbeitet und eingestellt werden müssen - im Internet zu finden sein.
Wann hatte es das jemals gegeben, dass sich die Bürger einer Stadt zu geplanten Sparmaßnahmen äußern, eigene Einspar-Ideen einbringen können? Die Gelegenheit zur Beteiligung wurde dann von den Bürgerinnen und Bürgern auch ausgiebig genutzt.
Wie bereits zu Beginn beschrieben, war am ersten Tag die Hölle los auf dem Server - und auch das Team des Informationsamtes um Ralph Leitmann hatte alle Hände voll zu tun, um die Beiträge der Bürger zu sichten und zu bewerten. Ein kontrollierender Blick musste sein, weil sich leider nicht immer alle Online-User an den Kodex halten, zivilisiert miteinander umzugehen.
Wer sich hineinliest in die Maßnahmen und die Kommentare der User stellt mit Erstaunen fest, dass Sparmaßnahmen nicht kategorisch abgelehnt werden. Rund 100 Mio. sind schon eingespart worden, aber es muss noch mehr gespart werden. "Aktuell", so schreibt OB Ottilie Scholz auf der Website, "beläuft sich diese Summe auf zusätzliche 51,5 Mio. Euro, die dauerhaft bis zum Jahr 2022 eingespart werden müssen."
Was Immobilienbesitzer nicht weniger ärgert als ihre Mieter, ist die Tatsache, dass der Grundsteuer-Hebesatz um 40 Punkte angehoben werden könnte. Das würde 5,2 Mio. bringen. Viele User meinen, dass man dann nur noch "einfach wegziehen" könne. " Die 'zweite Miete' (Nebenkosten)sei für viele Familien jetzt schon ein Problem.
Und: "Bochum hat im Vergleich zu umliegenden Städten in den letzten Jahren deutlich mehr Anwohner verloren. Diese Maßnahme würde diesen Trend verstärken."
Auch die Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes um 15 Punkte könnt 5,15 Mio in die Kasse bringen. Was der eine "unumgänglich" findet, bezeichnet der ander als "nicht sinnvoll". "Wirtschaftlich unsinnig! Lieber mehr Unternehmen bei geringeren Gewerbesteuern", findet ein anderer.
Über die Vorschläge zur Konsolidierung des Haushalts der Stadt Bochum, die Ergebnisse der Internetplattform und die Bürgervorschläge gibt es am Samstag, 4. Februar 2012, von 9.00 bis 15.00 Uhr, eine Informationsveranstaltung im Ruhr-Congress. Die Veranstaltung ist - nach Anmeldung - offen für Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren. 350 Personen können teilnehmen. Melden sich mehr an, wird gelost.
Ef

Januar/Februar – 2012
Teerfabrikgelände
wurde zur Grünanlage
Aus Altlasten mach' "Grün": Hans-Josef Düwel, Ministerialdirigent im Düsseldorfer Umweltministerium, Bochums Bürgermeisterin Astrid Platzmann-Scholten und der AAV-Verbandsvorsitzende Dr. Jochen Rudolph pflanzten auf dem rund 40.000 m² großen sanierten Gelände der ehemaligen Dachpappenfabrik „Raschig“ in Werne einen Baum und übergaben das vordem hoch belastete Grundstück als Grünfläche an die Anwohner.
Neben den erfolgreich durchgeführten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr durch Dekontaminations- und Sicherungsmaßnahmen hat dieses Projekt auch einen weiteren, klimatechnischen Nutzen. Die Freifläche der Grünanlage wirkt bei weiter ansteigenden Temperaturen im Stadtklima als Frischluftschneise und vermindert mögliche Hitzestaus im Sommer.
Auf dem ehemaligen Indus-triegelände wurde 1887 die Firma Coaks-Anstalt und Kohledestillation gegründet. Im Jahr 1918 übernahm die Firma Raschig die Fabrik und baute sie in den folgenden Jahren mit zahlreichen ober- und unterirdischen Tanks und Anlagen zur Teerverarbeitung aus. In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts erreichte die Produktionstätigkeit ihren Höhepunkt. Bald darauf wurde im Jahr 1972 die Teerdestillation eingestellt und ein Großteil der Gebäude im Südwesten des Geländes abgerissen. Die Firma Raschig - mit Hauptsitz in Ludwigshafen - produzierte anschließend bis zum 31.12.2005 am Standort Bochum Asphalt und Dachpappe auf Bitumenbasis.
Besonders durch Handhabungsverluste, Leckagen in Leitungen und Tanks sowie Kriegseinwirkungen gelangten erhebliche Mengen umweltrelevanter Schadstoffe (z. B. polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), die vor allem aus der Teerverarbeitung stammten, in den Untergrund und somit auch in das Grundwasser. Umfangreiche Untersuchungen in den Jahren 1999 bis 2007 zeigten das Maß der Verunreinigungen, so dass eine Sanierung des Grundstücks erforderlich wurde.
Nach Abschluss der Verträge zwischen dem AAV, der Firma Raschig und der Stadt Bochum im Jahr 2008 wurden unter der besonderen Berücksichtigung des Arbeits- und Anwohnerschutzes von 2009 bis 2011 folgende Sanierungsschritte durchgeführt:
- Rodung der vorhandenen Bäume,
- Rückbau der drei bis zu 15 Meter hohen Rohteertanks,
- Entsorgung der Produktreste und Verwertung von ca. 240 Tonnen Stahl,
- Rückbau der restlichen Gebäude und Anlagen sowie Sprengung des Kamins,
- Entsorgung von Produktresten und Materialien aus dem Rückbau (z. B. Holz, Asbest, Dachpappen, Schrott),
- Profilierung der ehemaligen Betriebsfläche,
- Bodenaustausch im Bereich der Hausgärten an der Von-Waldthausen-Straße,
- Sicherung der ehemaligen Betriebsfläche mit geosynthetischen Tondichtungsbahnen aus Bentonit,
- Aufbringung von rekultivierungsfähigen Böden im Bereich der Hausgärten und der ehemaligen Betriebsfläche,
- Begrünung der Flächen,
- Kartierung der Schadstofffahne im Grundwasser und Erarbeitung eines Konzeptes zur Grundwasserüberwachung unter Berücksichtigung von natürlichen Abbauvorgängen.
Die Kosten der Altlastensanierung wurden von der Firma Raschig, dem AAV und der Stadt Bochum getragen.
Hintergrundinformation
Der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV) unterstützt in NRW Kreise, Städte und Gemeinden: Er saniert auf Antrag der Kommunen Altlastenflächen oder Grundstücke mit schädlichen Bodenveränderungen, wenn z. B. kein Verantwortlicher mehr gefunden werden kann oder wenn dieser finanziell dazu nicht in der Lage ist. Der AAV bringt dabei bis zu 80 % der finanziellen Mittel auf und übernimmt außerdem in der Regel auch das Projektmanagement. Der Vorteil ist, dass er dabei seine vielfältigen Erfahrungen in die Sanierungsmaßnahmen einbringt, die er in den Jahren seit seiner Gründung im Jahr 1988 gesammelt hat. Hinter dem AAV stehen im Rahmen einer freiwilligen Kooperationsvereinbarung das Land NRW, die Kommunen des Landes sowie Teile der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Zurzeit wendet der Verband ca. zehn Millionen Euro pro Jahr für Sanierungsmaßnahmen auf. Mögliche Rückflüsse aus Verkäufen sanierter Grundstücke werden dann sofort wieder in Projekte investiert.

Januar/Februar – 2012
Stadtwerke-Stromsparrechner:
Wo bleibt der Strom?
Diese Frage beantwortet der Stromcheck für Haushalte, den die Stadtwerke Bochum auf ihren Internetseiten kostenlos anbieten. Unter www.stadtwerke-bochum.de können alle Kunden ab sofort den aktualisierten Stromsparrechner nutzen und in den eigenen vier Wänden Energiesparpotentiale heben.
Energieeffizienz und CO2-Minderung stehen in der Umweltpolitik an erster Stelle. Auch in Haushalten kann energieeffizientes Verhalten zum Umweltschutz beitragen. Die Stadtwerke bieten den Stromcheck für Haushalte zusammen mit der EnergieAgentur.NRW an, um das Sparpotential in privaten Haushalten weiter auszuschöpfen.
Viele Menschen können ihren Stromverbrauch nur schlecht einschätzen und wissen daher gar nicht wie viel Kilowattstunden ein normaler Zwei-, Drei- oder auch Mehr-Personen-Haushalt eigentlich im Durchschnitt verbraucht. Der Stromcheck zeigt deutlich an welchen Stellen der heimische Verbrauch von der Norm abweicht. So erhält nach wenigen Klicks jeder ein individuelles Stromverbrauchsprofil, das aufzeigt in welchen Bereichen viel oder wenig Strom verbraucht wird.
Vor endlosen Dateneingaben zu allen Haushaltsgeräten muss sich niemand fürchten. Der Online-Fragebogen behandelt mittlerweile 15 Verbrauchsbereiche mit Fragen zur individuellen Ausstattung der Wohnung sowie deren persönlichen Nutzungsgewohnheiten.
Wer seine Geräte gut kennt, benötigt lediglich zehn Minuten für den Check. Von Kühlen und Gefrieren über Kochen und Spülen, TV und Audio fließen Gartenbewässerung und Saunanutzung in den Stromcheck ein. Der moderne Stromsparrechner ermittelt den individuellen Gesamtstromverbrauch und stellt ihn einem bundesweiten Durchschnittsverbrauch der entsprechenden Haushaltsgröße gegenüber.
Zusätzlich werden individuellen Teilverbräuche errechnet und ebenfalls mit Durchschnittswerten von Haushalten gleicher Größe verglichen. Datengrundlage bildet die neuste Auswertung der EnergieAgentur.NRW von über 380.000 durchgeführte Checks von Ein- bis Sechs-Peronen-Haushalten. Genaue Ergebnisse der Studie sind unter www.energieagentur.nrw.de einzusehen.
Durch das Aufschlüsseln des Stromverbrauchs in Teilbereiche weiß der Verbraucher genau wo er Strom und Geld sparen kann. Der Vergleich mit dem normalen Verbrauch ist dann noch eine zusätzliche Motivation, in den entsprechenden Bereichen auch wirklich zu sparen, so die Stadtwerke Bochum.
Eine persönliche Energieberatung gibt es unter 0234 / 960 – 3525.

